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tableroom

Magazin 2 Min. Lesezeit

Die Geschichte hinter Buchmafia

Schon gewusst?

35 Mark kostet ein Hardcover in dieser Welt und 1,40 Mark seine Herstellung. Um diese eine Zeile dreht sich eine ganze Reihe.

Am Anfang stand eine Zahl: 35 Mark für ein Hardcover, gesetzlich festgelegt und kulturell begründet. In der Welt von Buchmafia wacht darüber die Preisbindungstreuhand, ein Kartell, das als gemeinnütziger Verein eingetragen ist. Damit die Bücher dick genug für ihren Preis aussehen, lässt es sie auf Volumenpapier drucken, das auf vier Zentimeter aufgeschäumt wird: 190 Seiten Text, der Rest ist Luft. Die Herstellung kostet 1,40 Mark, und diese eine Zeile steht auf einem Blatt, das niemand sehen soll.

Gegen dieses Kartell tritt eine Crew an, die es selbst aussortiert hat. Die Treuhand nennt diese vier Leute Remittenden, so wie unverkaufte Bücher, die zum Einstampfen an den Verlag zurückgehen:

  • Ruth Kalander, „Die Walze“, hat Hebel und Regler vor sich, aber kein einziges Wort.
  • Ansgar Pleite, „Fahne“, hat als Einziger lesbaren Text vor sich und korrigiert ihn beim Vorlesen.
  • Selma Golder, „Goldschnitt“, sieht unter Lupe und Streiflicht, was sonst niemand sieht.
  • Nuri Wendt, „Prüfziffer“, sitzt an Terminal und Register und traut keinem System, das mit Papier betrieben wird.

Daraus ist das Prinzip der Fälle geworden: Alle sehen dieselbe Geschichte, aber niemand sieht dasselbe Werkzeug. Wer eine Zahl vor sich hat, weiß nicht, was sie bedeutet, und wer es weiß, kommt nicht an den Hebel. Also muss geredet werden, und genau das ist das Spiel.

Vier Nächte in einer Reihe

Die Geschichte ist über mehrere Spiele verteilt, und sie hat eine Reihenfolge:

  1. Die Luftnummer erzählt den Tag davor, als Point & Click für eine bis vier Personen.
  2. In Fall 01, Operation Hardcover, macht ein Stempel auf dem Buchschnitt aus einem Buch ein Mängelexemplar, und für Mängelexemplare gilt keine Preisbindung.
  3. In Fall 02, Das Welt-Register, gibt es fünfzehn Jahre später Bücher nur noch zur Miete, und das Verzeichnis führt die Treuhand selbst.
  4. Fall 03, Sendeschluss, handelt von einem Radiosender, der nachts heimlich weitersendet.

Wer das alles in einem Zug sehen will, liest das Comic-Heft: vier Kapitel in rund fünf Minuten. Es blättert von selbst, oder man liest im eigenen Tempo. Es erzählt, wie die Fälle ausgehen, verrät aber kein Rätsel, und zwei Seiten liegen versiegelt für alle, die die Fälle noch spielen wollen.

Am Tisch heißt das: Lest das Heft vor dem ersten Abend, wenn ihr wissen wollt, mit wem ihr einbrecht, oder danach, wenn ihr wissen wollt, wie es weitergeht. Den Stempel setzt ihr trotzdem selbst.

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