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Magazin Käsekästchen 2 Min. Lesezeit

Die Falle der langen Ketten: Warum Käsekästchen kein Kinderspiel ist

Schon gewusst?

Wie Mathematiker mit dem „Doppel-Opfer“ Partien im Voraus berechnen.

Käsekästchen wirkt wie ein harmloser Pausenspaß auf kariertem Papier. Tatsächlich ist es ein hochgradig erforschtes Strategiespiel der Kombinatorischen Spieltheorie. Der Mathematiker Elwyn Berlekamp bewies, dass ein geübter Spieler fast jede Partie gegen Gelegenheitsspieler gewinnen kann – durch die Taktik des bewussten Verzichts.

Das Spiel kippt in dem Moment, in dem die ersten langen Ketten entstehen: Kästchenfolgen, die sich mit einem einzigen Zug abräumen lassen. Ein Anfänger nimmt gierig jedes Kästchen mit, das er bekommen kann.

Der Profi tut das genaue Gegenteil: Er bringt das „Doppel-Opfer“. Trifft man am Ende einer Kette ein, nimmt man nicht alle Kästchen, sondern schenkt dem Gegner die letzten zwei. Der Gegner muss die zwei geschenkten Kästchen annehmen und ist danach gezwungen, die nächste Kette auf dem Brett zu öffnen.

Man opfert zwei Punkte, gewinnt dadurch das Zugrecht und räumt im Gegenzug die nächsten zehn oder zwanzig Kästchen ab. Wer Käsekästchen gewinnen will, zählt die Ketten und kontrolliert, wer am Ende öffnen muss.

An unserem Tisch hat die Kette einen Deckel: Zu zweit kassiert man höchstens sechs Züge hintereinander, zu dritt und zu viert vier, dann geht der Zug weiter. Das Zählen der Ketten lohnt sich trotzdem – nur räumt niemand zwanzig Kästchen in einem Zug ab.

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