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Buchmafia-Reihe · Die ganze Story

Die ganze Geschichte als Comic

Story Buchmafia

Ein Kartell macht Bücher teuer. Vier Leute, die es rausgeworfen hat, finden heraus, wie es das anstellt, und drehen den Spieß um.

Hier steht alles, was bisher passiert ist: vom Buch, das in der Badewanne schwimmt, bis zum Sender, der nachts heimlich weiterspielt.

Rund fünf Minuten. Jede Doppelseite baut sich in zwei Sekunden auf und bleibt dann zum Lesen stehen. Ein Tipp aufs Heft blättert weiter.

Achtung, Spoiler: Wer die Spiele noch spielen will, erfährt hier, wie sie ausgehen. Rätsel verrät das Heft keine.

Die vier Kapitel

  1. Kapitel I · Montag, der Tag davor

    Die Luftnummer

    Vier Rausgeworfene finden heraus, dass teure Bücher zu zwei Dritteln aus Luft bestehen.

    Point-&-Click · 1–4 Personen

    Jetzt spielen
  2. Kapitel II · Die Nacht darauf

    Operation Hardcover

    Ein Stempel, eine Druckmaschine, ein Tresor: der Coup mit dem Mängelexemplar.

    Escape Game · 2–4 Personen

    Jetzt spielen
  3. Kapitel III · Fünfzehn Jahre später

    Das Welt-Register

    Bücher gibt es nur noch zur Miete. Die alte Crew dreht am Preis aller E-Books.

    Escape Game · 2–4 Personen

    Jetzt spielen
  4. Kapitel IV · Fortsetzung folgt

    Sendeschluss

    Ein Radiosender, der nach Mitternacht heimlich weitersendet.

    Escape Game · in Arbeit

    Benachrichtigen lassen

Die Story zum Lesen

Derselbe Text wie im Heft, ohne Bilder.

Kapitel I · Die Luftnummer

Montag, acht Uhr, Frankfurt-Bockenheim. Ruth liest in der Badewanne. Es ist der einzige warme Ort in der Wohnung.

Das Buch hat ihr das Amt geschickt, „zur geistigen Ertüchtigung“. Preis: 35 Mark.

Ruth: Das Ding geht nicht unter.

Bücher schwimmen nicht. Ruth holt Selma und Ansgar dazu.

Selma: Aufgeschäumtes Papier. Da ist mehr Luft drin als Buch.

Nuri: Beim Bestseller steht „Feld V: 2,8“. Was soll das sein?

Zur selben Zeit findet Nuri am Großrechner der Treuhand eine seltsame Zahl.

Die vier treffen sich an Egons Tankstelle. Egon hat eine Hebebühne.

Ansgar lenkt ihn ab. Die anderen legen das Buch unter die Hebebühne.

Aus vier Zentimetern werden knapp anderthalb. Das passt zur 2,8 aus dem Register.

Nuri: Die blasen jedes Buch mit Luft auf.

Mittags in der Treuhand. Der Pförtner hält jeden Ausweis verkehrt herum: Er kann nicht lesen.

Ruth: Aufzugsdienst. Ihr Paternoster steht.

Das Vorstellungsgespräch beim Oberlektor wird ein Duell mit Rotstiften.

Per Rohrpost kommt eine Büchse aus Holzschliffs Mühle.

Ansgar: „Blatt vier liegt im Tresor.“ Gezeichnet: Holzschliff.

Nebenbei rettet Ansgar einen Satz, den das Kartell streichen wollte:

§ 14 Abs. 3: Bücher mit Mängeln sind von der Preisbindung ausgenommen.

Merkt euch diesen Satz.

Abends druckt die Crew in Egons Keller ehrliche Taschenbücher: dünn, geklebt und verboten.

Nuri: Eins kostet uns 1,20 Mark. Die Treuhand verlangt 35.

Nachts, 22:40. Holzschliffs Papiermühle am Kanal. Hier entsteht das Luftpapier.

Ruth hat sechzehn Jahre in dieser Mühle gearbeitet. Sie weiß, wo die Ventile sitzen.

Die Maschine läuft schon mit ehrlichem Papier. Da steht Holzschliff in der Halle.

Holzschliff: Ich lese nicht, mein Junge. Ich wiege.

Ansgar: „Mein Junge“ geht bei vier Leuten nicht.

Holzschliff: Wendt, Sie sind entlassen. Ab heute.

Nuri: Es ist nach zwölf. Also ab gestern.

Das Tor fährt zu. Sprung auf einen Lastkahn.

Dienstag, halb sechs. Der Kahn treibt in die Stadt.

Selma: Unser Name: Remittenden. Unverkäuflich, zurück an den Absender.

Ruth: Morgen Nacht holen wir Blatt vier.

Kapitel II · Operation Hardcover

Der Plan steckt in dem Satz, den Ansgar gerettet hat: Bücher mit Mängeln haben keinen festen Preis.

Ein Stempel „Mängelexemplar“, und aus 35 Mark wird ein Preis nach Ermessen.

Für ein einzelnes Buch lohnt sich das nicht. Für eine ganze Auflage schon.

23:41, der Hinterhof eines Antiquariats. Eine Wache, drei Scheinwerfer und eine Kiste.

Ruth: Redet miteinander. Allein kommt hier keiner weiter als bis zum Zaun.

In der Kiste: ein Probedruck der geheimen Kalkulation.

Doch er ist auf Zersetzungspapier gedruckt. In einer Stunde ist er Staub.

Ansgar: Wir brauchen ein Blatt, das bleibt.

01:12, Kolophon 7, die Druckerei des Kartells. Heute Nacht gehört die Maschine der Crew.

Selma: Das ist ein Mängelexemplar.

Die Presse läuft. Jedes Buch bekommt den Stempel.

Nuri: Ab jetzt ist es eine Auflage.

03:05, das Archiv. Ruth knackt den Tresor nach Gehör.

Im Tresor liegen nur Durchschläge. Das echte Blatt vier steckte die ganze Zeit in der Kiste aus dem Hinterhof.

Unter der Lampe: echtes Papier, echte Zahlen. Herstellung 1,40 Mark, Ladenpreis 35.

Ansgar: Das ist keine Kalkulation. Das ist ein Geständnis.

05:40. Nuri schaltet die Ampeln auf Grün, Selma hört den Polizeifunk mit. Raus aus der Stadt.

Sechs Uhr, Bockenheim: gestempelte Bücher für 3,80 Mark.

Selma: Keiner fragt, warum. Alle fragen, ob es mehr gibt.

Nuri: Als ob das noch etwas ändert.

Holzschliff misst am Fernschreiber das Papier nach.

Versiegelt: aufklappen, wenn du es wissen willst

Emil Steg, Setzer, 47 Jahre im Haus. Er hat die Kalkulation gesetzt, alle vier Blätter.

Blatt vier hat er nicht in den Tresor gelegt, sondern zwischen die Probedrucke. Dann hat er seinen Setzkasten ausgeräumt und ist nach Hause gegangen.

Letzter Arbeitstag: im März.

Ansgar: Das erfährt niemand außer uns.

Bockenheimer Tageblatt · Extrablatt

Preis nach Ermessen

Überall im Land tauchen Bücher mit Mängelstempel auf, für 3,80 Mark. Die Treuhand hält Krisensitzungen ab.

Ein Sprecher erklärte lediglich, man untersuche den Vorfall.

Einem zugespielten Blatt zufolge kostet ein Hardcover in der Herstellung 1,40 Mark. Im Laden kostet es 35.

Holzschliff: Vergesst das Papier!

Noch am Vormittag schreibt er an alle Druckereien.

Hausmitteilung · Nicht zur Veröffentlichung

Auf ein Buch passt ein Stempel. Also nehmen wir ihm den Körper: Die Leser bekommen nur noch eine Erlaubnis, und die läuft ab.

gez. Holzschliff

Und die Altverträge? — H.

Kapitel III · Das Welt-Register

Fünfzehn Jahre später

Holzschliff hat Wort gehalten. Bücher auf Papier gibt es kaum noch.

Man kauft sie auch nicht mehr. Man mietet sie, als E-Book.

Alle E-Books hängen am Welt-Register der Treuhand. Jede Nacht um 02:59 holt es zurück, was abgelaufen ist.

Auch das Volkstaschenbuch für 3,80 ist weg. Da steht nur noch: „nicht lieferbar“.

Das Register bekommt seine Daten per Funk. Der Sender steht im Fernmeldeamt West.

23:38. Die Crew rollt im Wagen des Bautrupps durchs Tor.

Die Remittenden sind älter geworden. Braver nicht.

Selma: Ich kann nichts fälschen, was niemand anfassen kann.

Diesmal führt Nuri.

Nuri: Ich habe das Register mitgebaut. Dann haben sie mich gelöscht.

00:31, Kabelkeller. Die Vertragsbedingungen sagen: E-Books haben keine Mängel. Also auch keinen Stempel.

Ansgar: Und darunter steht mein eigenes Kürzel.

Selma: Dann ist unser Plan tot.

Die Hintertür: die Warengruppe „Übertragungsschaden“.

Der Fernschreiber meldet alles nach Frankfurt. Nuri füttert ihn mit 900 gleichen Zeilen.

Auf dem Band der Vorstandssitzung: Für jedes E-Book zahlt die Treuhand den Rechteinhabern fünf Mark.

Nuri: Bei 99 Pfennig zahlen sie 4,01 Mark drauf. Jedes Mal.

Ein Buch mit Übertragungsschaden wird billiger. Die Crew muss also nichts stehlen. Sie muss nur den Preis freigeben, und alle müssen es merken.

02:17, der Sendesaal. Die Crew legt die Änderung auf die Funkwelle. Die Uhr läuft auf 02:59 zu.

Um 02:59 holt sich das Register die Änderung selbst. Elf Minuten später kostet jedes Buch auf 400.000 Geräten 99 Pfennig.

Nuri: Ihr bester Bote ist ihr eigener Löschdienst.

03:12, Hauptpost. Vier Leute in einer Zelle für einen.

Nuri: Das ist kein Diebstahl. Es steht ein Preis dran.

Ruth: Wir haben nichts kaputtgemacht. Das glauben sie uns am längsten nicht.

Viertel nach sechs. Der Kassenbon der Ausschüttungen ist 24 Meter lang. Am Ende steht nur: „Rolle wechseln“.

Ansgar: Er hat immer alles gewogen. Jetzt hält er etwas, das nichts wiegt, und es hat ihn alles gekostet.

Bockenheimer Tageblatt · Extrablatt

Vier Mark ein Pfennig

Die Treuhand ist zahlungsunfähig. Der Vorstand spricht von einem Übertragungsschaden.

Die Treuhand ist pleite. Eine Frage bleibt: Warum gab es die alten Karten überhaupt noch?

Versiegelt: aufklappen, wenn du es wissen willst

Hedwig Bomann, 37 Jahre im Kartenarchiv. Sie sollte alle Karten ins Register überspielen.

Eine hat sie liegen lassen und das Fach als „nicht lieferbar“ markiert. Deshalb hat sie niemand gelöscht. Offiziell war sie ja nie da.

Letzter Arbeitstag: im Februar.

— H.

Kapitel IV · Sendeschluss

Und jetzt? Seit drei Wochen sendet der Sender Bockenheim nach Mitternacht heimlich weiter.

Um 00:30 spielt er die Nationalhymne. Danach liest auf 1548 Kilohertz eine rauchige Stimme verbotene Bücherlisten vor.

Die Treuhand jagt Peilwagen durch die Stadt. Doch der Sender springt jede Nacht drei Frequenzen weiter.

Jeden Abend um 23:58 legt jemand das Band ein. Auf dem Zettel daneben steht nur:

— H.

Fortsetzung folgt

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